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China ist anders

Zwei auf einen Streich und die Ein-Kind-Politik

Was für ein seltenes Bild .... Zwillinge und dann auch noch zwei Jungen. Meist bestaunt auf der Straße bedeuten "zwei auf einen Streich" ja auch einen waren Segen. Denn gegenüber den von der Einkind-Politik gestraften Eltern werden natürlich beide Kinder offiziell anerkannt.

Nach 1979 Geborene haben normalerweise keine Geschwister. Einen "Farmerstatus" geniessen Paare in ländlichen Gegenden. Sie dürfen 2 Kinder haben, wenn das erste Kind ein Mädchen ist oder ein Partner Einzelkind. Eine Belohnung zahlt der Staat, wenn sich das Paar für nur ein Kind entscheidet.

Mittlerweile (in Guangzhou seit 2007) dürfen Partner in Großstädten, die beide Einzelkinder sind, ebenfalls 2 Kinder haben. Denn nun werden die Folgen der Ein-Kind-Politik spürbar. Heiraten zwei Einzelkinder und bekommen nur ein Baby, hätte dieses Kind die Bürde später einmal allein für zwei Eltern und vier Großeltern sorgen zu müssen.

Reiche Eltern können sich die Legalität eines zweiten Kindes erkaufen. Sie sind in der Lage, die Strafen und später die Schulbildung zu zahlen. Ethnische Minderheiten dürfen bis zu 3 Kinder haben.

Die Geburtenregulierung wird mit hohen Geldstrafen durchgesetzt. Erst im Sommer 2012 erregte der Fall von Feng Jianmei aus der Provinz Shaanxi auch in Deutschland Aufsehen. Sie konnte die Strafe für ihr zweites Kind nicht zahlen. Im 7. Monat schwanger wurde die 23jährige unter Zwang ins Krankenhaus gebracht, wo sie nach einer Giftspritze ihr Kind tot zur Welt brachte. Belohnungen erhalten Eltern, die freiwillig auf ein 2. Kind verzichten, obwohl sie zur privilegierten Gruppe gehören, die zwei Kinder haben dürften.

Zwei andere Aspekte haben sich aufgrund der Ein-Kind-Politik noch ergeben: Die vielen Einzelkinder der letzten 30 Jahre sind so von ihren Eltern und Großeltern verhätschelt worden, dass sich viele zu unselbständigen Patriarchen entwickelt haben. Gleichzeitig werden sie während der Schulzeit einem so hohen Leistungsdruck ausgesetzt, damit sie sich möglichst aus der Masse der Gleichaltrigen abheben, denn dieses Kind ist ihre Altersvorsorge.

Nachtrag 2015-10-29: Die Regierung schafft die staatlich verordneten Ein-Kind-Politik offiziell ab. Ob der drohende Überalterung damit noch entgegengewirkt werden kann, wird sich zeigen. Viele Paar in den Großstädten können oder wollen sich mittlerweile kein zweites Kind leisten. 

 

 

 

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