GZ_Fakten • GZ_Geschichte • GZ_Ziegenstadt • GZ_Sehenswertes        

Home
Guangzhou
China ist anders
Wissenswertes
Ausfluege/Events
Photoalbum
Weisheiten
China-Links
Gaestebuch

>> Sitemap
>> Ueber uns
>> Kontakt

 

广州  Guangzhou (Kanton)  - Geschichte

"Alte Herren aus Kanton in Sommerkleidung" Quelle:http://www.wooop.de

Eine Gruendungsurkunde gibt es nicht, aber es wird vermutet, dass um 200 v.u.Z. die erste Militaergarnision im wilden bis dahin unerschlossenen Sueden Chinas errichtet wurde. Auf Befehl des Kaisers siedelten mehrere zehntausend Han-Chinesen von den entwickelten Gebieten Zentralchinas nach Guangdong um. Eine Abordnung in diese unzivilisierte Gegend empfand daher jeder chinesische Beamte als Strafe. Das aelteste Siedlungsgebiet von Guangzhou liegt uebrigens im heutigen Panyu.

Im 2. Jh. konnte das autonome Königreich von Nanyue seine Hauptstadt in Guangzhou errichten, da den Han-Kaisern die Macht im Sueden entglitten war. Schon damals entwickelte sich der Hafen des Perlflussdeltas zum Ausgangspunkt der "Seidenstrasse des Meeres".

Der Handel mit Seide, Porzellan, Papier, Gewuerzen bluehte und Guangzhou entwickelte sich zu einer Metropole. Aber es wurden auch Ideen, Technologien und Religionen ausgetauscht und so entstand in Guangzhou im 7. Jh. die erste Moschee auf chinesischem Territorium, erbaut von einem muslimischen Missionar.

1557 fanden die Portugiesen als erste Europaeer den Weg nach Guangzhou. Der chinesische Kaiser erteilte die Erlaubnis auf Macau eine Niederlassung zu gruenden. Im Jahr 1685 wird Guangzhou für den Handel mit dem Ausland geöffnet. Bald darauf kamen die Englaender und waren so begeistert von dem exotischen Getraenk "Tee", dass es noch heute ihr Nationalgetraenk ist. Aber irgendwann Mitte des 18.Jh. begannen sie Opium zu verkaufen, in immer groesseren Mengen, was spaeter zum Eklat fuehren sollte. Chinesische Beamte wurden mittels Opium bestochen, die Zahl der Opiumraucher stieg an und es floss immer mehr Silber ab aus China, es kam zum Handelsdefizit. Der Silberpreis stieg an, die Bauern hatten groessere Lasten zu tragen, die Qing-Regierung kam in Finanznoete. Die Feudalherrscher wurden immer korrupter und die chinesische Armee wurde zunehmend geschwaecht.

1838  wurden 20.000 Kisten britisches Opium am Strand von Humen, ca. 50 km vom heutigen Guangzhou entfernt, im Auftrag des chinesischem Qing-Kaisers oeffentlich verbrannt, Opiumhaendler wurden festgenommen, bestechliche Beamte bestraft und britische Kaufleute mussten mit ihrer Unterschrift erklaeren, nie wieder mit Opium zu handeln. Der britische Handelsinspektor Charles Elliot befahl den im Pearlriver-Delta vor Anker liegenden britischen Handelsschiffen zu fliehen. Danach erklaerte China die Wiederherstellung des Handels zwischen Grossbritannien und China jedoch unter strengem Opium-Verbot.

Im Juni 1840 griff jedoch Grossbritannien mit 4000 Mann und 40 Kriegsschiffen die Kueste von Guangzhou an, so begann der Opiumkrieg. Den Gefechten entlang der chinesischen Kueste hatte das chinesische Militaer den Briten nicht viel entgegenzusetzen und kapitulierte.

1842 fuehrte der Opiumkrieg zwischen England und China zum ungleichen Vertrag von Nanjing , einer Schmach fuer die chinesische Nation. Gemäß dem Vertrag musste China nun auch neben Guangzhou (seit 1757 einziger Handelshafen) Xiamen, Fuzhou, Ningbo und Shanghai als freie Aussenhandelshaefen oeffnen, die kleine Insel Hongkong an England abtreten und eine hohe Entschädigung bezahlen. Die Insel Shamian (Sandstueck) -im Herzen Guangzhou- wurde von den Kolonialmaechten zu einer europaeischen Enklave gemacht. Chinesen durften die Perlfluss-Insel nur mit Sondergenehmigung betreten.

Im Jahr 1898 zwang Frankreich China die Bucht von Guangzhou (heute das Gebiet um Zhanjiang) zu "verpachten". Die Provinz Guangdong geriet unter französische Einflusssphäre.

Die fortwaehrende Praesenz der Europaeer, die korrupte Politik der Qing-Dynastie sowie Not und Elend des Volkes schuerten den Widerstand der chinesischen Bevoelkerung und Guangzhou entwickelte sich zur chinesischen Wiege der Revolution. Sowohl der Anführer der Taiping-Rebellen als auch Sun Yat-sen stammen aus der Umgebung Guangzhous. 1911 initiierte Sun Yat-sen in der Stadt einen der bedeutendsten Aufstände gegen die Qing. Als einziger chinesischer Politiker geniesst er sowohl in Taiwan wie auch in der Volksrepublik grosses Ansehen. In Taiwan betrachtet man ihn als Vater der Republik China und in der Volksrepublik China als Vorkaempfer des Sozialismus. 1931 wurde im zu Ehren in Guangzhou die Sun Yat-sen-Gedaechtnishalle errichtet.

Erst 1918 wurde aus der Stadt Panyu offiziel "Guangzhou", an deren Namen sich die Menschen aber schon lange vorher gewoehnt hatten, da die Stadt seit jeher der Sitz des "Bezirkes Guang" ( = "Guang zhou") war. Panyu ist seitdem ein Stadtbezirk im Sueden der Stadt.

Sun Yat-sen liess Guangzhou in den 20er Jahren des 20. Jh. grundlegend modernisieren, Kanaele zuschuetten, die Ming-Stadtmauer abreisen, breite Strassen bauen und Parks anlegen.

1924 wurde mit Hilfe sowjetischer Berater die Militaerakademie unter militaerischer Leitung von Chiang Kai-shek (spaeter bis 1975 Fuehrer des nationalchinesischen Staates Taiwan) in Guangzhou gegruendet.

Unter Leitung von Mao Zedong wurde 1926 eine der wichtigsten Kaderschulen, das Institut der Bauernbewegung in Guangzhou gegruendet. 1927 forderten Strassenkaempfe tausende Todesopfer, als sich die Kommunisten mit der Guomindang, dessen Fuehrer Chiang Kai-shek war, ueberwarfen.

Von 1938 bis 1945 war Guangzhou von den Japanern besetzt. Nach der Kapitulation der Japaner ging es darum, wer das geschundene China regieren sollte, Chiang Kaishek oder Mao Zedong? Es kam zum Buergerkrieg.

Nach der Gruendung der Volksrepublik China 1949 wurden die Messe für den Warentausch und die Messe für die Ausstellung und den Austausch der Exportwaren in Guangzhou veranstaltet. Seit 1957 findet nunmehr die Chinesische Exportwarenmesse jährlich im Frühling und Herbst in Guangzhou statt.

Bis 1979 war die Kanton-Messe die einzig erwaehnenswerte Verbindung Chinas zur Weltwirtschaft. Die Reformpolitik Deng Xiaopings brachte Guangzhou in den Genuss einer liberalen Wirtschaftspolitik und die Stadt konnte von seinem Ueberseehafen und der Naehe zu Hongkong profitieren. Anfang der 80er Jahre wurden mit den Staedten Shenzhen und Zhuhai auf chinesischer Seite Sonderwirtschaftszonen zwischen Guangzhou und Hongkong/Macau geschaffen.

Heute ist Guangzhou ein pulsierendes Handels- und Industriezentrum und einer der wichtigsten Import- und Exportknotenpunkte Chinas. Der Baiyun-Airport ist einer der modernsten und leistungsstaerksten Chinas, das 391 m hohe Citic Plaza zaehlt (noch) zu den 10 hoechsten Gebaeuden der Welt. Vier U-Bahnlinien sorgen fuer die schnelle Befoerderung der Menschenmassen. Der Guangzhou TV- and Sightseeing Tower befindet sich derzeit im Bau und wird mit 610 m der Hoechste der Welt. Bis zu den Asien-Games  2010 sollen 200 Mrd. RMB u.a. in die Verbesserung des Umweltschutzes, den Ausbau der Verkehrswege und den Bau von Sporteinrichtungen invenstiert werden. Guangzhou belegt Platz 3 des Bruttoinlandsproduktes unter allen chinesischen Staedten. Aber es gibt auch noch viel Armut zwischen modernen Hochhaeusern und exclusiven Shoppingcentern in der Stadt, in der seit Ende 2006 Motorraeder verboten sind und seit Juli 2007 die Ein-Kind-Politik fuer Einzel-Kinder-Paare ausser Kraft gesetzt wurde.

Guangzhou

Zurück zur Übersicht Weiter

 

 

      Home            Kontakt        Gaestebuch